Stolpersteine für das Ehepaar Coper – Hufelandstraße 4

Während andernorts Gemeinden Stolpersteine aus dem öffentlichen Raum verbannen wollen, sind im Bötzowviertel zwei weitere hinzugekommen. Sie erinnern an Margarete und Carl Coper – und damit an zwei der zahlreichen jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden.

Seit dem 5. Oktober 2026 liegen die beiden Stolpersteine vor dem Haus in der Hufelandstraße 4, der früheren Hausnummer 2. Carl Coper betrieb eine Herrenwäschefabrik in der Neuen Königstraße 7. An dieser Stelle steht heute ein Neubau mit der Adresse Otto-Braun-Straße 85.

Am 27. Oktober 1941 wurde das Ehepaar in das Ghetto Łódź deportiert, das die Nationalsozialisten Litzmannstadt nannten. 1942 wurden Margarete und Carl Coper im Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) ermordet.

In einer kleinen Zeremonie würdigten Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Bötzowviertel die Ermordeten. Karin Coper, die Großnichte von Carl Coper, nahm an der bewegenden Verlegung teil. Petra Gutsche von Stolpersteine Berlin e. V. erinnerte in ihrer Rede an das Ehepaar. Musik begleitete das Gedenken.

Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger – Opfer der Nazi-Diktatur

Gegen das Vergessen

Am 9. November wird alljährlich an die Novemberpogrome und die Verfolgung jüdischer Menschen durch die Nationalsozialisten erinnert. Vielerorts reinigen Anwohnerinnen und Anwohner die Stolpersteine in ihrer Nachbarschaft und halten so die Erinnerung an die früheren jüdischen Bewohner wach.

Wir von Prokiez rufen Sie dazu auf, am Wochenende des 7. und 8. November mitzuhelfen und die Stolpersteine in unserem Kiez zu putzen und zu polieren. Setzen wir gemeinsam ein kleines, aber sichtbares Zeichen der Menschlichkeit – gegen das Vergessen.

Wie es geht, welche Materialien ihr braucht für die Reinigung, das erfahrt ihr hier in diesem Video von Stefan Ringelschwandtner, Stolpersteine Berlin.

Download: Liste der Stolpersteine im Bötzowviertel (Stand Januar 2024) PDF