Ein Julius-Fromm-Platz fürs Bötzowviertel?

Ein kleiner Platz mit Grün und Sitzgelegenheiten könnte an einen großen Erfinder erinnern: Eine Initiative aus dem Umfeld von ProKiez möchte Julius Fromm im Bötzowviertel mit einem eigenen Platz ehren. Erste Ideen gibt es bereits. Jetzt werden Mitstreiter gesucht.

Julius Fromm revolutionierte in den 1920er-Jahren mit seinen nahtlosen Kondomen die Hygiene und die Möglichkeiten der Familienplanung. Seinen Siegeszug traten die „Fromms Act“ vom Bötzowviertel aus an: Hier befand sich die erste Werkstatt des Berliner Unternehmers.

Während andere historische Persönlichkeiten mit Straßennamen geehrt werden, sucht man in ganz Berlin bislang vergeblich nach einem öffentlichen Ort, der an Fromm erinnert. Dabei ist seine Geschichte auch ein Beispiel für die Entrechtung und Enteignung jüdischer Unternehmer durch die Nationalsozialisten. Fromm wurde aus seinem Unternehmen gedrängt und ins Exil gezwungen.

Dass sein Name im Kiez nicht ganz in Vergessenheit geraten ist, verdanken wir auch der AG Kiezgeschichte der Bürgerinitiative ProKiez. Sie erreichte, dass an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Lieselotte-Herrmann-Straße und an seiner ersten Werkstatt in der heutigen Käthe-Niederkirchner-Straße Gedenktafeln angebracht wurden.

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Der Enkel von Julius Fromm: Raymond mit seiner Frau Anita

Nun soll ein weiterer Schritt folgen: Eine Initiative aus dem Umfeld von ProKiez setzt sich für einen Julius-Fromm-Platz ein. Unterstützung erhält sie vom Journalisten Michael Sontheimer, der gemeinsam mit dem Historiker Götz Aly ein Buch über Fromm veröffentlicht hat.

Doch wo könnte ein solcher Platz entstehen?

Eine erste Idee gibt es bereits: In unmittelbarer Nähe von Fromms erster Werkstatt weitet sich die Käthe-Niederkirchner-Straße zur Straße Am Friedrichshain hin zu einer breiten Zufahrt. Hier könnte ein kleiner Platz entstehen – mit einem Ort des Gedenkens an einen erfolgreichen Erfinder, einen von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Unternehmer und zugleich einer grünen Oase, die zum Verweilen einlädt.

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Platz für einen Platz? Blick von der Käthe-Niederkircher auf „Am Friedrichshain“.

Auch städtebaulich könnte die Idee interessant sein. Angesichts zunehmender Sommerhitze setzt Berlin verstärkt auf Entsiegelung, Begrünung und kleine Parks. Das geplante Projekt könnte damit auch einen Beitrag zu einem klimaresilienteren Kiez leisten.

Noch steht die Initiative am Anfang. Jetzt geht es darum, weitere Unterstützerinnen und Unterstützer zu gewinnen, Ideen zu sammeln und gemeinsam aus der Vision einen konkreten Vorschlag zu entwickeln.

Wer sich für einen Julius-Fromm-Platz im Bötzowviertel einsetzen möchte, ist herzlich eingeladen, mitzumachen.