Gedenken an Dietrich Bonhoeffer und John Schehr

Portraits Dietrich Bonhoeffer und John Schehr

Im Februar haben wir im Bötzowviertel zwei sehr unterschiedliche Männer geehrt, die aus ihrer moralischen Überzeugung heraus im Widerstand gegen die faschistische Diktatur ihr Leben gaben. Nach beiden sind Straßen in unserem Kiez benannt.

Am 4. Februar trafen sich Mitglieder von Pro Kiez, der Bezirksorganisation Prenzlauer Berg des Berliner VVN-BdA e.V., der Evangelischen Kirchengemeinde am Friedrichshain und der Friedensglockengesellschaft Berlin e.V. aus Anlass des 120. Geburtstages des Theologen und Vertreters der Bekennenden Kirche, Dietrich Bonhoeffer, der auf Befehl Hitlers nach einem Scheingerichtsprozess kurz vor Kriegsende von der SS ermordet wurde.

Am 9. Februar kamen rund 20 Nachbarinnen und Nachbarn, Mitglieder von Pro Kiez und der Initiative „Unsere Straße bleibt hell“ zusammen, um den Kommunisten und Nazi-Gegner John Schehr anlässlich seines 130. Geburtstages zu ehren.

In der Nacht vom 1. zum 2. Februar 1934 wurde er zusammen mit Eugen Schönhaar, Rudolf Schwarz und Erich Steinfurth von der SS angeblich „auf der Flucht“ erschossen. Daran erinnerte auch das Gedicht „John Schehr und Genossen“ von Erich Weinert, das Brigitte Tichauer am Treffpunkt – der mit Blumen geschmücktem Ecke John-Schehr- und Bötzowstraße – verlas.

Wir müssen heute trotz unterschiedlicher Meinungen und Überzeugungen zusammenstehen gegen Rassismus, Menschenverachtung und die drohende Abschaffung der Demokratie in Deutschland und Europa. Die vielen – auch weniger bekannten – Menschen, die im Kampf gegen die Nazis nicht aufgaben, geben uns heute ein Beispiel.